Nach schwachem und vor allem unglücklichen Start in die Saison, haben sich die Handballer der VTZ zuletzt deutlich gesteigert und konnten die zwei ersten Saisonsiege bejubeln. Auch wenn das letzte Spiel des Jahres auswärts beim Tabellenzweiten TV Offenbach verloren ging, haben sie auch hier eine starke Partie über weite Strecken gezeigt. Der Trend zeigt ganz klar nach oben, wäre da nicht das Thema Corona, dass bei allen Beteiligten viele Fragezeichen aufwirft.

Derzeit belegen die Zweibrücker Handballer den 12. Rang der Oberliga. Es ist nicht die Platzierung, die man sich unbedingt erhofft hat. Sieben Punkte haben sie nach elf gespielten Spielen errungen. Leicht hätten es auch mehr sein können. „Wir haben den einen oder anderen Punkt liegen lassen, den wir hätten holen müssen. Angefangen in Vallendar bis hin zu den Auswärtsspielen in Daun oder in Kastellaun. Uns war aber im Vorfeld klar, dass wir ein ziemlich kniffliges Auftaktprogramm haben. Wir Trainer haben aber beide das Gefühl, dass unsere Rückrunde von der Konstellation etwas leichter werden könnte und wir mehr Punkte holen können“, sagt VTZ-Coach Philip Wiese, der sich immer mal wieder in den Dienst der Mannschaft gestellt hat als der Kader aus unterschiedlichen Gründen geschrumpft war und selbst nochmal die Handballschuhe geschnürt hat. Sein Trainerkollege sieht die Situation zwar ganz ähnlich, geht aber verhältnismäßig entspannt mit der Situation um. „Platz 12 ist nicht das, was wir wollten. Ich sehe das aber nicht so problematisch, weil es zum einen die Tabelle alles sehr eng beisammen ist und die Entwicklung der Mannschaft, gerade in den letzten Spielen, uns zuversichtlich stimmt“, so Schumann. Wie eng die Tabelle ist, sieht man daran, dass es nur drei Punkte zum Tabellenletzten sind, aber ebenso auch nur vier Punkte zum Tabellensiebten. Dazwischen wird es bis zum Schluss ein Hauen und Stechen geben. Umso bitterer ist sicherlich der eine oder andere Punktverlust zu verschmerzen. Gerade die Partie gegen Kastellaun, als man schon wie der sichere Sieger aussah und sich am Ende mit nur einem Punkt hat begnügen müssen, schmerzt am meisten. „Diese Niederlage hat uns ein paar Wochen beschäftigt. Mit einem Sieg wäre es vielleicht etwas anders gelaufen“, gibt Schumann zu. Aber auch in Daun vergab man kurz vor Schluss die Entscheidung und kassierte mit dem Schlusspfiff den Ausgleich. Der Sieg war hier zum Greifen nahe. Doch diese Spiele gilt es abzuhaken und aus dem Gedächtnis zu streichen. Dass die Mannschaft mit einem guten Gefühl in die Weihnachtspause gehen konnte, lag vor allem an den zwei ersten Saisonsiegen gegen Völklingen und Mülheim, aber auch an der starken Leistung in Offenbach beim Tabellenzweiten, wo man bis zur 51. Minute die Partie offen gestalten konnte. Philip Wiese sieht, dass seine Mannschaft jetzt mit mehr Selbstvertrauen nach den ersten Erfolgen spielt und ist auch mit der Leistung in Offenbach sehr zufrieden gewesen. Man könnte sich seitens der VTZ durchaus auf die Rückrunde und das neue Jahr freuen, wäre da nicht das Thema Corona, das gerade zum Ende des letzten Jahres wieder an Fahrt aufgenommen hatte. Vieles ist ungewiss. Wie lange kann und wird die Saison noch fortgeführt? Welche Regelungen werden für den Spielbetrieb festgelegt? Wie kann noch Chancengleichheit gewährleistet werden? Fragen über Fragen, die sich ein Jeder rund um den Handballsport gerade stellt. „Ich persönlich habe im Moment kein gutes Gefühl, was dieses Thema angeht. Je nachdem wie es sich weiterentwickelt, stellt sich natürlich die Frage wie lange die Hallen offen bleiben. Nicht selten werden die Hallen als erstes geschlossen. Das wäre natürlich sehr bitter für alle, aber Stand heute geht alles erst einmal normal weiter“, so Wiese. Sein Trainerkollege will sich davon nicht verrückt machen lassen und erklärt: „Ich glaube, dass Corona noch erheblichen Einfluss haben wird, von Unterbrechungen bis zu einem evtl. Abbruch hin zu Wettbewerbsverzerrungen. Ich habe mir aber mittlerweile versucht anzugewöhnen die Dinge so zu akzeptieren wie sie sind und mit den gegebenen Mitteln das Beste daraus zu machen. Es ist aber klar, dass es das bestimmende Thema auch für die Zukunft in Sachen Kaderplanung oder auch Jugendarbeit sein wird.“

Für das neue Jahr haben die Rosenstädter ein mehr als strammes Programm vor der Brust. Nicht weniger als 19 Spiele haben sie in der Oberliga noch auszutragen. Coach Wiese moniert in diesem Zusammenhang den späten Saisonstart sowie die Entscheidung in einer großen Liga zu spielen, anstatt Staffeln zu bilden und so evtl. Spielverlegungen wegen Corona oder sonstigen Gründen einfacher unterbringen zu können. Gleichzeitig nimmt der die Situation aber so an, wie sie ist. „Wir haben etliche Spiele vor der Brust, nicht nur in der Liga. Wir sind ja auch weiterhin im Pokal dabei. Das ist für unseren Kader, der nicht extrem breit aufgestellt ist und durch Corona zusätzlich gebeutelt, sehr anstrengend. Aber auch hier hilft kein Jammern. Wir müssen es dann eben über die Trainingssteuerung auffangen. Der Vorteil in der Rückrunde ist aber auch in diesem Zusammenhang, dass wir vermeintlich leichtere Heimspiele gegen Mannschaften wie Daun, Kastellaun, Worms oder auch Nieder-Olm haben werden, die wir in der Hinrunde alle auswärts hatten. Wir hoffen, dass wir den Aufwärtstrend weiter fortsetzen und uns weiter nach oben arbeiten können“, erklärt Schumann. Aus Zweibrücker Sicht wäre das sehr wichtig, wenn nicht sogar überlebensnotwendig. Auch hier hat Corona die Situation nicht vereinfacht. In einer mittlerweile sehr großen 3. Liga wird es viele Absteiger geben. Sollte es für die Saarpfälzer ungünstig laufen, müsste man in der Oberliga-RPS den zehnten Tabellenplatz erreichen um noch in der Liga zu bleiben. Dieser Gefahr ist man sich bei der VTZ mehr als nur bewusst. Daraus aber die Schlussfolgerung zu ziehen etwas an seiner Arbeit zu ändern, wäre der falsche Weg, wie Kai Schumann erklärt: „Diese Situation ändert nichts an unserer Arbeitsweise oder unserer Einstellung. Wir werden weiter versuchen jedes Spiel zu gewinnen und denken von Spiel zu Spiel. Am Ende der Saison werden wir wissen wofür es gereicht hat. Wir wissen aber natürlich, dass es im Moment Abstiegskampf bedeutet und den nehmen wir an.“

Es ist und bleibt eine schwere Mission für das Trainerduo der VTZ. Der Abstiegskampf hat oftmals seine eigenen Gesetze und verlangt von allen Beteiligten nicht nur physisch, sondern vor allem psychisch einiges ab. Zweifel, dass der Klassenerhalt am Ende der Saison gefeiert werden kann, hegen beide Trainer aber keineswegs. Sie sehen das Potential ihrer Truppe und sich sicher, dass der Liga gehalten werden kann und gehalten wird. „Ich bin davon überzeugt, dass wir die Klasse halten werden“, so Schumann. Einfach wird es aber nicht werden. Vor allem die letzten vier Spiele der Hinrunde, werden auch dadurch schwieriger, dass Leitwolf Tomas Kraucevicius unter Umständen in diesen vier Partien nicht zur Verfügung stehen wird. Wegen einer blauen Karten aus der Partie gegen den TV Offenbach steht derzeit eine Sperre von vier Spielen im Raum. Das wäre für die Zweibrücker eine enorme Schwächung. Aber sie haben schon öfters gezeigt, dass sie sich von Rückschlägen nicht unterkriegen lassen.

 

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